Daydream: Google VR-Plattform für Entwickler jetzt öffentlich

Virtual Reality Fotolia Photo160Die Faszination, die von Virtual Reality ausgeht ist ungebrochen – sowohl beim Endkunden als auch aus entwicklungstechnischer Sicht. Für App Entwickler kann jetzt ein kleiner Tagtraum wahr werden, denn Google hat für seine VR-Plattform Daydream sämtliche Restriktionen entfernt! War das Entwicklerprogramm bisher noch stark eingegrenzt, ist es nun grundsätzlich offen. Google erhofft sich durch diesen Schritt, mehr Entwickler anzulocken, die den App-Store mit neuem VR-Content bereichern.

Bild: ©Photocreo Bednarek, fotolia 

 

Google VR - Entwickler gesucht!

Googles Virtual Reality Brille Daydream View setzt – so platt es klingt – Maßstäbe. Sowohl im Tragekomfort, als auch im Preisleistungsverhältnis. Anders als die Konkurrenz von beispielsweise Gear VR oder HTC setzt Google nicht auf Kunststoff, sondern auf angenehm tragbare Textilien. Dass man die Brille dadurch lieber und vor allem länger trägt, nimmt das Unternehmen natürlich billigend in Kauf. Allerdings fehlt es momentan noch an etwas, das zum jetzigen Zeitpunkt für einen zukunftsorientierten Konzern unabdingbar ist: Apps.

 

So erfolgreich sich Google die Chancen für die VR-Plattform Daydream auch ausrechnet, fehlten bisher einfach die nötigen Entwickler, um den App-Store mit qualitativ hochwertigem Content zu füllen. Man könnte nun sagen, dass sich Google dieses Problem selbst geschaffen hat – war das Entwicklerprogramm bisher nur beschränkt zugänglich. Das Resultat war ungenügend, weshalb die selbst auferlegten Einschränkungen abgeschafft und Daydream ab sofort keinerlei Restriktionen mehr unterliegt.

 

Auf der Google Developer Seite können App Entwickler die verschiedenen Google VR SDKs für Daydream downloaden!

 

Daydream: Besonders hohe Qualitätsansprüche kommen nicht von ungefähr

Wollen Entwickler eine App für Daydream zur Verfügung stellen, gilt es im Vorfeld einige Kriterien zu erfüllen. Welche Anforderungen an Design, Stabilität, Performance und Funktionalität es zu erfüllen gibt, kann dieser Tabelle entnommen werden:

 

Anforderungen an das Design

 

 

Bereich

ID

Beschreibung

App Design

UX-D1

Der Nutzer kann sich auf Objekte konzentrieren und notwendigen Text lesen.

 

UX-D2

Die App unterstützt Kopfbewegungen.

 

UX-D3

Die App besitzt einen stabilen Horizont.

 

UX-D4

Kamerabewegungen müssen vom Nutzer eingeleitet werden.

 

UX-D5

Die App beeinträchtigt nicht die Neu-Zentrierung auf Systemebene.

 

UX-D6

Die App rezentriert sich in Anbetracht der Erfahrungswerte.

 

UX-D7

Die Vorwärtsrichtungen der App und die der Plattform sind einheitlich.

 

UX-D8

Die App unterstützt ein Neck Model.

 

UX-D9

Die App geht nie unerwartet in einen monoskopischen 2D Modus über.

Controller

UX-C1

Der Controller muss als Laserpointer fungieren, wenn UI Objekte ausgewählt werden.

 

UX-C2

Die App unterstützt die bevorzugte Hand.

 

UX-C3

Das Scrollen durch große Listen muss per Wischbewegung auf dem Touchpad ausgeführt werden.

 

UX-C4

Der Cursor muss auf der gleichen räumlichen Tiefe wie vorhandene Objekte erscheinen.

 

UX-C5

Die App darf nicht zu Komplikationen mit den Systemeinstellungen führen.

 

 

 

 

 

 

Funktionale Anforderungen

 

 

Bereich

ID

Beschreibung

SDK

FN-S1

Die App nutzt eine unterstützte Version von Google VR SDK.

 

FN-S2

Die App nutzt Daydream API um den Übergang zwischen unterschiedlichen Aktivitäten zu ermöglichen.

Manifest

FN-M1

Das App-Manifest fragt nicht nach der NFC-Erlaubnis.

 

FN-M2

Das App-Manifest stellt die korrekten Arten der VR-Aktivitäten ein.

 

FN-M3

Das App-Manifest stellt die Hardwarefeatures entsprechend der unterstützten Plattform ein.

UI

FN-U1

Im VR-Modus versteckt die App sowohl Status- als auch Navigationsleiste.

App state

FN-A1

Die App pausiert, wenn der Nutzer die VR verlässt.

 

FN-A2

Die App schließt VR-Anwendungen korrekt.

 

 

 

 

 

 

Anforderungen an Stabilität und Performance

 

 

Bereich

ID

Beschreibung

Stability

PS-S1

Die App installiert und läuft absturzfrei.

Performance

PS-P1

Die App lädt schnell, oder stellt Feedbackoptionen zur Verfügung, wenn der Ladevorgang länger als 3 Sekunden dauert.

 

PS-P2

Die App stellt hohe Leistung zur Verfügung.

 

PS-P3

Die App zeigt innerhalb von 30 Minuten keine Temperaturwarnungen an.

Visual quality

PS-V1

Die App rendert nicht mit unerwarteten optischen Störungen, wenn sie durch den Daydream Viewer betrachtet wird.

 

 

 

 

 

 

Anforderungen für die Veröffentlichung

 

 

Bereich

ID

Beschreibung

Publishing

PB-P1

Die App haftet mit allen bestehenden Google Play Content Richtlinien.

 

PB-P2

Die App besitzt ein eigenes VR-Icon.

 

PB-P3

Die App hat eine 360° Stereo-Photosphäre.

 

PB-P4

Der App-Content stimmt mit der Beschreibung überein.

 

PB-P5

Die App ist für Jugendliche ab 13 Jahren und älter geeignet.

 

PB-P6

Die App verfügt über das korrekte Maß an Bewegungsintensität.

 

PB-P7

Der App-Name erfüllt die Anforderungen der Namensrichtlinien.

 

PB-P8

Die App nutzt die korrekten Fachbegriffe der Plattform.

 

PB-P9

Die App verwendet nicht das Daydream Logo.

 

Die Einhaltung dieser Richtlinien ist im Bereich der VR besonders wichtig, denn VR-Apps, die diese nicht einhalten, können beim Nutzer leicht zu gesundheitlichen Problemen wie beispielsweise Übelkeit führen.

 

Daydream: Kompatibilität und App-Entwicklung

Daydreams hohe Anforderungen an die Qualität setzen sich auch bei der kompatiblen Hardware fort. Der VR-Viewer läuft und erfordert Androids neuestes Betriebssystem 7.0 Nougat – oder, von da beginnend, aktuellere Versionen. Derzeit gibt es noch nicht viele Smartphones, die darüber hinaus die Anforderungen an hochauflösende Displays, ultraglatter Grafik und hochsensiblen Sensoren für präzises Head-Tracking erfüllen. Aktuell sind das lediglich das Google Pixel (XL), das Motorola Moto Z, das Huawei Mate 9 Pro, das ASUS ZenFone AR sowie das ZTE Axon 7.

 

Kommen also noch vergleichsweise wenige Endnutzer in den Genuss der virtuellen Realität mit Googles Daydream, sind die Vorteile für Entwickler deutlich größer. Die Entwicklung von Apps kann mit Hilfe bereitgestellter Software Development Kits geschehen. Diese sind zum aktuellen Zeitpunkt Android SDK, Unity SDK und Unreal SDK, welche die Unreal Engine 4 zur Verfügung stellt. Wer die Apps ohne diese Kits erstellen will, kann dies mit einer der weltweit bewährtesten Programmiersprachen tun. Android ermöglicht mit seinem Native Development Kit eine Erstellung von Apps unter C oder C++.





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