App Entwicklung: 7 Tipps für Auftraggeber

23.08.2018

app-entwicklungs-guide-auftWas muss ich als Auftraggeber bei der Entwicklung einer App beachten? Wir zeigen systematisch alle Schritte vom ersten Konzept über die Auswahl des Entwicklers, Vertragsgestaltung, Design und technische Überlegungen, bis hin zum Marketing der App. In diesem Beitrag wollen wir in allen Details beleuchten, welche Dinge Sie als Auftraggeber für die Entwicklung einer kommerziellen App für den privaten Endnutzer bedenken sollten. Wir haben dabei die 7 besten Praxis-Tipps aus zahlreichen Jahren der App Entwicklung für Sie gesammelt und teilen die wichtigsten und zum Teil verblüffend einfachen Kniffe, mit denen Sie Ihre App zum Erfolg führen!

 

 

1. Vorüberlegungen zur Entwicklung einer App

Bevor Sie sich für die Entwicklung einer App entschließen, sollten Sie eine kleine Bestandsaufnahme machen, um einige der schwereren Fehler von Beginn an zu vermeiden. Stellen Sie sich folgende Fragen und investieren Sie etwas Zeit in die Erforschung der Antworten:

  1. Welchen Haupt-Nutzen bietet die App, ist dieser klar kommunizierbar und plausibel für eine angemessen große Zielgruppe?
  2. Gibt es bereits konkurrierende Apps auf dem Markt, die den gleichen Produktnutzen bieten und eine gute Usability bzw. eine gute Bewertung im App Store besitzen?
  3. Wie lässt sich der Hauptnutzen monetarisieren, um die App Entwicklung zu refinanzieren?
  4. Stellen Sie sicher, dass die Inhalte Ihrer App vom angepeilten App Store akzeptiert werden. Insbesondere Apples Review Guidelines sind restriktiv und werden von den Sachbearbeitern im Zweifelsfalle gegen den Angeklagten, also den App Entwickler, ausgelegt.

Sie sollten an dieser Stelle so weit als möglich auf verfügbares Datenmaterial zurückgreifen. Insbesondere bei der Monetarisierung geben sich viele Auftraggebern traumhaften Fantasien von Millionen-Käuferschaften hin. In der Praxis sind es jedoch insbesondere die kostenlosen Apps, die millionenfache Downloadzahlen erreichen. 

Exkurs: Die Freemium-App

freemium-app-entwicklungIn der "App Economy" hat sich weitgehend das sogenannte "Freemium" (wie "Free" und "Premium") Modell durchgesetzt. Dabei ist die App selbst zunächst kostenlos, Premium-Funktionalitäten innerhalb der App müssen jedoch gegen Bezahlung freigeschaltet werden. Auf diese Weise hat der User die Möglichkeit, die App zunächst unverbindlich zu testen, bevor er Geld dafür ausgeben muss. 

Es ist dabei fast nebensächlich, für welche Sparte Sie eine App entwickeln lassen möchten: von Spielen über Unterhaltung bis hin zu handfesten Apps mit einem praktischen Produktnutzen: es ist immer ratsam, bei der Entwicklung der App daran zu denken, ein kostenlos nutzbaren Funktionsumfang anzubieten und die Monetarisierung erst durch Zusatzangebote anzustreben. Die Anzahl der kostenlosen Downloads mag auf den ersten Blick keine besondere Bedeutung haben, sie sind jedoch ein Schlüsselfaktor für das Ranking Ihrer App in den App Stores und damit extrem bedeutsam: Apps, die häufig heruntergeladen werden, werden auch weiter oben in den "Bestenlisten" angezeigt, sind dadurch besser sichtbar und generieren somit wiederum zusätzliche Downloads.

Auf der anderen Seite müssen Sie bereits in der Konzeptionsphase, noch vor der eigentlichen App Entwicklung, darauf achten, dass das "Free" in Ihrem Freemium-Modell auch einen gewissen Nutzen bietet. Es ist für den User sehr ärgerlich, erwartungsvoll eine App herunterzuladen, nur um im Startscreen oder nach etwas lieblosem Content um die erste Zahlung gebeten zu werden. Planen Sie daher eine großzügiges Nutzenangebot bereits für den kostenlosen Teil der App und sehen sie positive Bewertungen und hohe Downloadzahlen als immaterielle aber wertvolle Bezahlung dafür an.

Wenn Sie zu dem Schluss gekommen sind, dass es für Ihre App Idee einen Markt gibt und Sie ein gangbares Konzept für kostenlose Inhalte Ihrer App Entwicklung gefunden haben, wenden wir uns der technischen Seite zu.

 

2. Konzeptionierung einer App

Das Alleinstellungsmerkmal im Auge behalten

Wie im ersten Schritt schon angedacht, benötigen Sie das, was man einen USP ('unique selling point' = Alleinstellungsmerkmal) nennt. Im Optimalfall haben Sie eine zündende Idee, die es so noch nicht im App Store gibt. Oft sind es aber auch recht einfache Ideen, die dem User das Leben nur ein klein wenig erleichtern, die zu "Rennern" werden - umso wichtiger ist dann die perfekte Umsetzung. 8 Tipps zur Vermarktung Ihrer App.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Optimierung des eigenen Eintrages im App Store. Da hier nur begrenzt Platz für Titel und Keywords zur Verfügung stehen, diese aber einen großen Einfluss darauf haben, gefunden zu werden, ist es wichtig, eine systematische Analyse der sinnvollen Begriffe durchzuführen, den Erfolg anhand der Downloadzahlen einzuschätzen und fortlaufend eine Optimierungen an den Begriffen vorzunehmen. Zu diesem Thema haben wir den Beitrag "App Store Optimization" verfasst.

 

7. Praxis Tipps fürs App Marketing

Ein paar besondere Tipps aus der Praxis, wie Sie Ihre App fördern können:

  1. Spielen Sie mit dem Preis! Was für physische Güter nicht gängig und in der Praxis auch mühsam ist, funktioniert bei Apps spielend einfach:  Experimente mit dem Preis. Setzen Sie schamlos jede Woche einen neuen Preis für Ihre App und vergleichen Sie den Umsatz, um den besten Preis zu bestimmen. Fangen Sie dabei mit dem höcshten Preis und senken diesen sukzessive
  2. Springen Sie zwischen kostenpflichtig und kostenlos hin und her: zahlreiche App Store Führer haben eine separate Kategorie für "jetzt kostenlose Apps". Da kommen Sie nur hinein, wenn Ihre App zunächst kostenpflichtig war und dann kostenlos wird. Kostenlos gewordene Apps erzielen deutliche Donwloadspitzen gegenüber solchen, die immer kostenlos sind
  3. Starten Sie jedoch mit einer neu entwickelten App kostenlos, um auf die Top Listen zu kommen