- Created By
- Daniel Würstl
- published
- 19.08.2026
Apple halbiert Gebühr im App Store auf 15% für kleinere Entwickler
Apple bietet mit dem App Store Small Business Program kleineren Entwicklern eine reduzierte Provision auf bezahlte Apps und In-App-Käufe. Qualifizierte Entwickler zahlen dabei grundsätzlich nur eine 15-prozentige Provision statt der regulären 30 Prozent. Voraussetzung ist, dass die von Apple definierten Einnahmen des Entwicklers und gegebenenfalls verbundener Entwicklerkonten innerhalb der maßgeblichen Grenze von 1 Million US-Dollar liegen.
Das Programm steht sowohl bestehenden als auch neuen Entwicklern offen. Wird die Umsatzgrenze überschritten, kann für weitere Verkäufe wieder der reguläre Provisionssatz gelten. Für Entwickler in der Europäischen Union gelten aufgrund zusätzlicher Apple-Geschäftsbedingungen und des Digital Markets Act inzwischen teilweise abweichende Gebührenmodelle.
Apple hat die Gebühren für kleinere App-Entwickler deutlich gesenkt. Über das App Store Small Business Program können qualifizierte Entwickler für kostenpflichtige Apps und In-App-Käufe eine Provision von nur 15 Prozent statt der regulären 30 Prozent zahlen. Das Programm richtet sich an kleinere Entwickler und Unternehmen, deren Einnahmen innerhalb der von Apple festgelegten Grenze liegen.
Die reduzierte Provision gilt nicht nur für neue Entwickler. Auch bereits etablierte Anbieter können teilnehmen, sofern sie die Voraussetzungen des Programms erfüllen. Entscheidend sind dabei die von Apple definierten Proceeds, also Einnahmen nach Abzug der Apple-Provision sowie bestimmter Steuern und Anpassungen.
Die 1-Million-US-Dollar-Grenze
Um sich für das App Store Small Business Program zu qualifizieren, dürfen ein Entwickler und mit ihm verbundene Entwicklerkonten im maßgeblichen Zeitraum grundsätzlich nicht mehr als 1 Million US-Dollar an Proceeds erzielt haben.
Apple berücksichtigt dabei nicht nur ein einzelnes Entwicklerkonto. Auch sogenannte Associated Developer Accounts können zusammen betrachtet werden. Damit soll verhindert werden, dass größere Unternehmen ihre Aktivitäten künstlich auf mehrere Entwicklerkonten verteilen, um mehrfach von der reduzierten Provision zu profitieren.
Wird die Grenze von 1 Million US-Dollar im laufenden Kalenderjahr überschritten, gilt für weitere Verkäufe grundsätzlich wieder der Standard-Provisionssatz für den Rest des Kalenderjahres. Liegen die maßgeblichen Einnahmen in einem späteren Kalenderjahr wieder innerhalb der Grenze, ist eine erneute Qualifikation für das Programm möglich.
Wirtschaftliche Bedeutung der Gebührenkürzung
Die Senkung von 30 auf 15 Prozent bedeutet für kleinere Entwickler eine erhebliche Verbesserung der Erlösbeteiligung. Statt 70 Prozent verbleiben ihnen bei entsprechenden Verkäufen grundsätzlich 85 Prozent des Verkaufspreises vor Berücksichtigung weiterer Steuern und gegebenenfalls anfallender Gebühren.
Für Apple dürfte die finanzielle Auswirkung der Maßnahme deutlich geringer sein, als die Halbierung der Provision zunächst vermuten lässt. Im App-Markt ist die Umsatzverteilung typischerweise sehr ungleich: Viele Apps erzielen geringe oder gar keine Umsätze, während ein vergleichsweise kleiner Teil erfolgreicher Anwendungen einen großen Anteil der gesamten Einnahmen erwirtschaftet.
Eine exakte Umsatzverteilung zwischen kleinen und großen App-Entwicklern veröffentlicht Apple allerdings nicht. Deshalb lässt sich nicht seriös berechnen, welcher Anteil der gesamten App-Store-Provisionen tatsächlich von der Reduzierung betroffen ist. Klar ist jedoch, dass die 15-Prozent-Regel gerade für unabhängige Entwickler und kleinere Studios wirtschaftlich wesentlich attraktiver ist als das frühere einheitliche 30-Prozent-Modell.
Die reguläre App-Store-Provision
Außerhalb des Small Business Program und anderer Sonderprogramme beträgt Apples Standardprovision für den Verkauf digitaler Güter und Dienstleistungen über den App Store grundsätzlich 30 Prozent.
Für Teilnehmer des App Store Small Business Program beträgt die Provision dagegen 15 Prozent. Auch für bestimmte weitere Programme und qualifizierte Abonnements gelten reduzierte Gebühren. Apple weist beispielsweise für qualifizierte Abonnements eine Provision von 15 Prozent aus.
Damit ist die verbreitete Aussage, Apple verlange grundsätzlich immer 30 Prozent, heute nicht mehr zutreffend. Je nach Entwicklerprogramm, Geschäftsmodell, Art der Transaktion und Region können unterschiedliche Provisionssätze gelten.
Besondere Regelungen in der Europäischen Union
Für Entwickler in der Europäischen Union ist die Situation inzwischen zusätzlich komplexer geworden. Aufgrund des Digital Markets Act hat Apple alternative Geschäftsbedingungen für Apps in der EU eingeführt.
Entwickler können unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin bei den klassischen Apple-Geschäftsbedingungen bleiben oder alternative Bedingungen wählen. Unter den alternativen Geschäftsbedingungen gelten für digitale Güter und Dienstleistungen auf iOS und iPadOS reduzierte App-Store-Provisionen von grundsätzlich 17 Prozent. Für Teilnehmer des App Store Small Business Program und bestimmte qualifizierte Abonnements kann die Provision auf 10 Prozent reduziert sein.
Wird Apples Zahlungsabwicklung genutzt, kann zusätzlich eine Zahlungsabwicklungsgebühr von 3 Prozent anfallen. Abhängig vom gewählten Vertriebsmodell und den geltenden Bedingungen können außerdem weitere Gebühren relevant werden.
Entwickler in der EU sollten daher genau prüfen, ob für ihre App weiterhin die klassischen Geschäftsbedingungen oder die alternativen EU-Geschäftsbedingungen günstiger sind. Die Entscheidung hängt insbesondere von Umsatz, Anzahl der Installationen, Zahlungsmodell und Vertriebsweg ab.
Auch in China gelten inzwischen reduzierte Gebühren
Apple hat im März 2026 die Provisionssätze für den chinesischen Festland-Store angepasst. Für Standardtransaktionen mit kostenpflichtigen Apps und Apples In-App-Purchase-System beträgt die Provision dort seit dem 15. März 2026 25 Prozent statt 30 Prozent.
Für qualifizierte Transaktionen im App Store Small Business Program und bestimmte weitere reduzierte Kategorien beträgt die Provision 12 Prozent statt 15 Prozent.
Warum hat Apple die Gebühr für kleinere Entwickler gesenkt?
Die Einführung des App Store Small Business Program erfolgte in einer Zeit zunehmender Kritik an Apples App-Store-Modell. Insbesondere die 30-Prozent-Provision und die Vorgaben zur Nutzung von Apples Zahlungssystem standen im Mittelpunkt der Diskussion.
Ein besonders prominenter Konflikt entstand zwischen Apple und Epic Games. Epic hatte versucht, für das Spiel Fortnite eine eigene Zahlungsmöglichkeit anzubieten und damit die Apple-Provision zu umgehen. Apple entfernte Fortnite daraufhin aus dem App Store, woraufhin ein umfangreicher Rechtsstreit begann.
Parallel dazu wuchs auch innerhalb der Entwicklerbranche die Kritik an der Marktmacht großer App-Plattformen. Die Einführung der 15-Prozent-Regel kann daher als wirtschaftliche Entlastung kleinerer Entwickler und zugleich als Reaktion auf den zunehmenden Druck auf Apples Gebührenmodell gesehen werden.
Apple Developer Program und Entwicklungswerkzeuge
Die reduzierte Provision ändert nichts daran, dass kleinere Entwickler weiterhin Zugang zu den regulären Werkzeugen und Technologien von Apple erhalten. Dazu gehören unter anderem Xcode, Swift, TestFlight sowie zahlreiche Frameworks und APIs für die Entwicklung von Apps für Apples Plattformen.
Das reguläre Apple Developer Program kostet grundsätzlich 99 US-Dollar pro Mitgliedschaftsjahr. Die Mitgliedschaft ist von der Frage zu unterscheiden, welche Provision Apple auf den Verkauf digitaler Güter und Dienstleistungen erhebt.
Fazit: 15 Prozent bleiben für kleine Entwickler ein wichtiger Vorteil
Das App Store Small Business Program ist für kleinere App-Entwickler weiterhin eine der wichtigsten Gebührenregelungen im Apple-Ökosystem. Qualifizierte Entwickler zahlen grundsätzlich nur 15 Prozent statt 30 Prozent auf kostenpflichtige Apps und In-App-Käufe.
Die zentrale Grenze liegt bei 1 Million US-Dollar an von Apple definierten Proceeds, wobei auch verbundene Entwicklerkonten berücksichtigt werden können. Wird die Grenze überschritten, greift grundsätzlich wieder der reguläre Provisionssatz.
Allerdings ist das Gebührenmodell heute komplexer als bei der Einführung des Programms. In der Europäischen Union gelten aufgrund des Digital Markets Act zusätzliche Geschäftsbedingungen und alternative Provisionsmodelle. Auch in einzelnen anderen Märkten wie China hat Apple inzwischen eigene Gebührenanpassungen vorgenommen.
Für die große Mehrheit kleiner Entwickler bleibt jedoch die Kernbotschaft einfach: Wer die Voraussetzungen des App Store Small Business Program erfüllt, kann seine Apple-Provision für kostenpflichtige Apps und In-App-Käufe grundsätzlich von 30 auf 15 Prozent halbieren.
Häufige Fragen zur 15-Prozent-Gebühr im App Store
Was ist das App Store Small Business Program?
Das App Store Small Business Program ist ein Apple-Programm für qualifizierte kleinere Entwickler. Teilnehmer zahlen für kostenpflichtige Apps und In-App-Käufe grundsätzlich nur 15 Prozent Provision statt des regulären Satzes von 30 Prozent.
Wo liegt die Grenze für die reduzierte Apple-Provision?
Die maßgebliche Grenze liegt grundsätzlich bei 1 Million US-Dollar an von Apple definierten Proceeds. Dabei können auch mit dem Entwickler verbundene Entwicklerkonten berücksichtigt werden.
Was passiert, wenn die Grenze von 1 Million US-Dollar überschritten wird?
Wird die Grenze im laufenden Kalenderjahr überschritten, gilt für weitere Verkäufe grundsätzlich der Standard-Provisionssatz für den Rest des Kalenderjahres.
Können auch neue App-Entwickler die 15-Prozent-Regel nutzen?
Ja. Auch neue Entwickler können sich für das App Store Small Business Program qualifizieren, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen.
Wie hoch ist die normale Apple-Provision?
Die Standardprovision für digitale Güter und Dienstleistungen beträgt grundsätzlich 30 Prozent. Teilnehmer des App Store Small Business Program zahlen grundsätzlich 15 Prozent.
Gilt die 15-Prozent-Provision auch für Abonnements?
Qualifizierte Abonnements können ebenfalls einem reduzierten Provisionssatz unterliegen. Teilnehmer des Small Business Program profitieren grundsätzlich von der reduzierten 15-Prozent-Provision.
Gelten in der Europäischen Union dieselben Gebühren?
Nicht zwingend. Entwickler können in der EU unter bestimmten Voraussetzungen alternative Apple-Geschäftsbedingungen wählen. Dort gelten teilweise andere Provisionssätze und Gebührenstrukturen.
Muss ich als Entwickler zusätzlich für das Apple Developer Program bezahlen?
Ja, die reguläre Mitgliedschaft im Apple Developer Program kostet grundsätzlich 99 US-Dollar pro Jahr. Diese Mitgliedsgebühr ist von der Provision auf Verkäufe im App Store getrennt zu betrachten.
