Android 10 ist da! Alle neuen Features zu Googles Codename 'Q'

04.09.2019
Das Rätselraten hat endlich ein (langweiliges) Ende: Da der Amerikaner als solcher weder "Quiche" noch "Quark" kennt, bleibt der Name der neuen Android Generation einfach bei "Q". Google verlässt damit eine seit 2009 fortgesetzte Tradition, jeder neuen Version den Namen einer Süßspeise zu verleihen.

Angefangen mit "Cupcake" über weniger prominente Versionen wie "Donut" und Meilensteine wie "Gingerbread", "Ice Cream Sandwich" und "Kitkat" nun also zu "Q". Bei der Gelegenheit hat man auch das Android Logo deutlich überarbeitet. Die Schrift ist etwas weniger verspielt und erstmals ist auch der Roboter Teil des Logos geworden. Was man beim Namen gespart hat, ist dafür einer Fülle von neuen Features zu Gute gekommen, die wir hier vorstellen möchten.

Features von Android 10

Finally: der Dark Theme

Längst mehr als ein Modetrend ist der besonders im Dunklen sehr angenehme "Dark Theme", den wir als Entwickler von quasi jeder Entwicklungsumgebung kennen und lieben. Endlich gibt es auch Android also die Möglichkeit, die Ansicht auf dunklen Hintergrund und hellen Text umzustellen.

Das Ganze hat jedoch nicht nur ergonomische Vorteile und ästhetische Reize, sondern es spart auch merklich Saft. Aktuelle OLED Displays können schwarze Pixel komplett abschalten. Bereiche ohne irgendwelche Farbinformation kosten künftig auf dem Display also auch keinen Strom. Da die Pixel nicht ausgeleuchtet werden, ist das schwarz zudem satter. Dieser Nutzen ist nun nicht Android geschuldet, durch den Dark Mode macht sich das neue OS den Umstand aber zunutze.

Gründlich: Google hat es dabei nicht verpasst, auch die Google Apps wie Kalender und Fotos mit einzubeziehen und diese im Dark Theme ebenso darzustellen.

Überarbeitete Gestensteuerung

Hatte man in den alten Versionen mit den drei Buttons am unteren Rand noch nicht den heiligen Gral der Usability gefunden, so nähert sich Android 10 nun mit der aktuellen Gestensteuerung noch etwas mehr an Apples iOS. Künftig bringt ein Swipe nach Oben den User auf den Homescreen zurück. Ein Swipe von rechts zur Mitte bewirkt hingegen das gleiche wie der jetzt obsolete "back" Button.

Der User erhält zudem die Möglichkeit, selbt einzustellen, wie sensibel diese neue "Back" Funktion reagieren soll. Insgesamt wird dem Benutzer also ein professionelleres Handling geboten, das dafür Neueinsteigern und technisch weniger versierten Usern den Zugang eher erschweren dürfte. Für uns Nerds aber eine eindeutige Verbesserung.

Verbesserter Schutz der Privatsphäre

Datenschutz überall: Die Einstellungen für die Privatsphäre wurden weitreichend überarbeitet. Gut gefällt uns, dass man jetzt noch feiner bestimmen kann, wie etwa die Standortbestimmung von Apps verwendet werden darf. Bisher gab es hier nur on/off; jetzt ist es auch möglich, den Zugriff zu gestatten, allerdings nur dann, wenn die App im Vordergrund ist. Das Tracken der Bewegung des Users ist damit nicht mehr möglich und insbesondere die Akkulaufzeit dürfte davon auch weiter profitieren, das die Ortung zu den energiehungrigsten Funktionen des Smartphones gehört.

Android 10 hat keine Angst vor Falten

In jeden Science Fiction Film zu finden: faltbare digitale Gerätchens mit endlos ausziehbaren Screens. Seit Anfang des Jahres gibt es mit dem Huawei Mate X immerhin ein Exemplar dieser zukunftsweisenden Spezies im Handel. Das Galaxy Fold (wer denkt hier nicht an Ford Galaxy?) als erstes Modell überhaupt auf dem Markt, ist aufgrund technischer Probleme allerdings bereits wieder verschwunden.

Android 10 nimmt sich in weiser Voraussicht trotzdem den "foldables" an und bietet hier native Unterstützung, um die neuen Funktionalitäten solch eines Phones nahtlos in Szene zu setzen.

Family Link Feature

Unter Family Link fasst Android 10 die drei "most wanted" Funktionen für Eltern zusammen, um Kinder im digitalen Zeitalter einigermaßen in der Spur zu halten.
  • Screen Time Limits: Lässt die Dauer festlegen, die Kinder täglich das Gerät nutzen dürfen - variabel nach Wochentag zu steuern
  • Content Lister: biete die Möglichkeit zu kontrollieren, welche Apps wie lange verwendet wurden
  • Device Location: auch bei der eifersüchtigen Ehefrau gerne im Einsatz. Damit kann man tracken, wo sich das verbundene Gerät aktuell befindet

Audioverstärker / Sound Amplifier

Der "Sound Amplifier" ist nicht mehr und nicht weniger als der Titel sagt: so eine Art Hörgerät in App Format. Es verstärkt Umgebungsgeräusche oder Anrufe variabel. Allerdings funktioniert ist die Wiedergabe leicht zeitversetzt und die App funktioniert nur mit Kopfhörern. (Auch als , App in Google Play: ).

Antworten aus der Schublade

Push(Notifications)werden künftig nicht nur mit einer möglichen Antwortalternative versehen, sondern ggf. auch mit einer möglichen Aktion verknüpft. So kann man z.B. aus einer Nachricht mit Ortsangabe direkt in Google Maps weitergeleitet werden. Das erinnert noch ein weniger mehr an die schöne neue Welt in der man gar nicht mehr selber antworten oder denken muss, weil Google das für einen übernimmt. Immerhin wird eingeräumt, dass Entwickler eine "opt-out" Möglichkeit haben, das googlesche Vorschlagswesen also ablehnen und eigene Vorschläge einarbeiten können. Das könnte für den geneigten App-Entwickler durchaus einen gewissen Reiz und vielleicht sogar das Potenzial für einige neue App Ideen haben.

Alle Details gibt's auch im englischen Original unter Android 10 Features auf android.com

Alle Bilder: Google