Förderprogramme für die Entwicklung von Apps

28.12.2020
Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: der Staat verschenkt Geld - und das nicht etwa nur wenn man Kinder in die Welt setzt, sondern auch für vergleichsweise stressfreie Projekte wie die Entwicklung einer App. Viele Entwickler und Auftraggeber befürchten im Anblick gründlicher deutscher Bürokratie, dass die Beantragung einer Förderung am Ende mehr Arbeit macht, als sie einbringt. Doch diese Zeiten sind dank "Digital Jetzt" und Innovationsgutschein vorbei. Nie war es leichter, umfangreiche Fördermittel für die Entwicklung von Apps zu erhalten.

Wir stellen die besten Programme für Auftraggeber sowie App Entwickler vor.

Förderung von Apps durch "Digital Jetzt"

Was und wie wird gefördert?

Der Förderungsbereich von "Digital Jetzt" des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft) ist ausdrücklich weit und umfassend formuliert:
  • Investitionen in digitale Technologien sowie
  • Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen.
Darunter fällt praktisch jede App Entwicklung. Einzige Einschränkung: es werden nur KMUs gefördert, als kleine Betriebe und Mittelstand.

Förderhöhe und Konditionen der Förderung

Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro pro Unternehmen, bei Investitionen von Wertschöpfungsketten und/oder -netzwerken kann sie bis zu 100.000 Euro pro Unternehmen betragen. Die minimale Fördersumme beträgt 17.000 Euro in Modul 1 und 3.000 Euro in Modul 2.

Förderung von Start-ups zur App Entwicklung

Wenn man noch keinerlei Geschäftsbetrieb hat und mit der Förderung eine App entwickeln möchte, ist es etwas komplizierter. Hier heißt es offiziell:

Start-ups können dann Förderanträge stellen, wenn bereits ein signifikanter Geschäftsbetrieb mit ausreichend Umsätzen erkennbar ist. Das Unternehmen muss die Gründungsphase abgeschlossen und abschließend eine Rechtsform gewählt haben. Zudem sollte die Eintragung im Handelsregister abgeschlossen sein und ein erster Jahresabschluss vorliegen.

Zu beachten ist hier die "sollte" Formulierung: solange die Mittel eines Monats nicht ausgeschöpft sind ist nach unserer Erfahrung auch mit einer Gewerbeanmeldung und einem plausiblen Geschäftsmodell bereits eine Förderung möglich. Hier gilt: Probieren kostet nichts.

Der Förderzuschuss bemisst sich anteilig an den Investitionskosten des Unternehmens. Die Förderquote (in % der Investitionskosten) ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu begrenzen, gelten für alle bis zum 30.06.2021 eingehenden Anträge höhere Förderquoten. Danach, ab dem 01.07.2021, gelten die ursprünglich vorgesehenen Förderquoten (Werte in Klammern).

  • Bis 50 Beschäftigte: bis zu 50 (40) %
  • Bis 250 Beschäftigte: bis zu 45 (35) %
  • Bis 499 Beschäftigte: bis zu 40 (30) %.

Darüber hinaus gibt es sogar noch "Bonusprozentpunkte", wenn mehrere Unternehmen an der Entwicklung beteiligt sind (Wertschöpfungskette), man die IT-Sicherheit im Unternehmen erhöht oder aus einer strukturschwachen Gegend kommt.

Es handelt sich bei der Förderung um einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, es gibt also buchstäblich Geld geschenkt.

Natürlich muss am Ende nachgewiesen werden, dass die Fördersumme auch vollständig in die Entwicklung der App investiert wurde, was in der Praxis jedoch unkompliziert machbar ist, insbesondere wenn man ohnehin einen externen App Entwickler beauftragt, dessen Rechnung man problemlos einreichen kann, sofern dieser in Deutschland sitzt.

Ablauf der Förderung

Besonders erfreulich ist, dass die Förderung relativ unbürokratisch abläuft, man also nicht pauschal ein halbes Jahr einplanen muss, bis Geld fließt. Die Grafik veranschaulicht den Ablauf.

Wichtigster Punkt, wie bei jeder (staatlichen) Förderung: die Förderung muss beantragt werden, bevor das Projekt beginnt. Das heißt in der Praxis, das Verträge mit Entwicklern erst dann Unterschrieben werden dürfen, nachdem die Förderungszusage erteilt wurde. Angebote können und sollen natürlich schon vorab eingeholt werden.

Gut ist auch, dass das BMWi selbst es mittlerweile geschafft hat, den ganzen Prozess online laufen abzubilden:

https://www.digitaljetzt-portal.de/

Die Usability ist zwar ein wenig halbseiden: man landet auf einer zunächst funktionslos wirkenden Startseite. Nach der Registrierung findet man im Kopfbereich den unscheinbaren Link "LOSVERFAHREN". Über diesen kann dann das Projekt beantragt werden.

Der "Innovationsgutschein" für die App Entwicklung

Dieser Tipp richtet sich nicht nur an Unternehmen, die eine App entwickeln lassen möchten, sondern insbesondere auch an die bei uns registrierten App Entwickler: es gibt die (kostenlose) Möglichkeit, sich beim BMWi als Beratungsunternehmen zu bewerben und damit die Autorisierung zu erhalten, Unternehmen zu beraten, die den Innovationsgutschein nutzen möchten. Hauptvoraussetzung ist hier die Beschäftigung von mindestens drei entsprechend Qualifizierten Beratern.

Wie funktioniert der Innovationsgutschein?

Der Innovationsgutschein deckt 50 Prozent der Ausgaben für externe Beratungsleistungen durch vom BMWi autorisierte Beratungsunternehmen. Er kann von Unternehmen beantragt werden, die weniger als 100 Mitarbeiter und den Sitz in Deutschland haben.

Insgesamt können pro Jahr bis zu 5 Innovationsgutscheine mit einer Gesamtsumme von maximal EUR 20.000 beantragt bzw. genehmigt werden.

Wo beantragt man den Innovationsgutschein?

Auf Bundesebene findet man den Innovationsgutschein des BMWi zwar auch, ein direkterer Zugang ist es jedoch, direkt auf Landesebene einzusteigen:

Alle Förderungen im Überblick

Neben den vorgestellten Programmen gibt es aber noch eine Unzahl weiterer staatlicher Förderung, die je nach Themen- bzw. Auftragsgebiet abrufbar sind. Bei der Förderbank findet sich dazu eine funktionale Suche:

https://www.foerderdatenbank.de


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