Die geänderte Suche in Apples AppStore

Suche-Apple-iTunes-App-StoreHeimlich, still und leise hat Apple die Regeln für die Suche in seinem AppStore geändert. Kleine Entwickler mit kostenpflichtigen Apps sehen sich benachteiligt. Rund 7,5 Milliarden Euro hat Apple 2013 mit rund einer Million Apps umgesetzt. Mittlerweile sind über 1,2 Millionen Apps im AppStore verfügbar. In Europa sind laut einer Studie der Association for Competitive Technology rund 800.000 neue Arbeitsplätze durch die App Industrie entstanden.

2007 brachte Apple sein erstes iPhone auf den Markt, gleichzeitig schaltete der kalifornische Konzern seinen AppStore frei. Hier konnten App Entwickler zum ersten Mal Apps direkt anbieten und in Echtzeit sehen, wie gut sie ankamen. Apple nahm dafür rund ein Drittel der Erlöse und behielt die Daten der Käufer für sich. 

Mitte 2012 wanderten die Bezahl-Spiele plötzlich in den Suchergebnissen im AppStore weit nach hinten und wurden nicht mehr prominent im App-Store platziert. Das traf und ärgerte viele unabhängige Entwickler. Apple hatte den Such Algorithmus geändert, der bestimmt, welche Apps gut sichtbar angezeigt werden. Die Folge: Bezahlte Apps landeten weiter hinten als früher (siehe auch: Artikel App Store Ranking).

Die Gewinner waren “kostenlose” Apps, die vor allem US-Spielekonzerne vertreiben. Scheinbar kostenlose Apps, denn viele kostenlose Spiele verlocken ihre Teilnehmer systematisch dazu, Geld auszugeben. "Kostenfrei", bedeutet in diesem Fall: “man zahlt später." Diese Methode hat Konjunktur auf dem Spielemarkt, dem Trend mochte sich anscheinend auch Apple nicht widersetzen.

Seit Mitte 2014 wird die Möglichkeit von InAppKäufen innerhalb einer App bei den Suchergebnissen und Rankings im AppStore angezeigt. Mit dem Konzern aus Cupertino legt man sich als Entwickler besser nicht an. Entwickler, die versuchten mit Apple ins Gespräch zu kommen, wurden per EMail vertröstet.

 

Please fix the app store

2013 starteten fast 50 von Ihnen die Initiative “Please fix the App Store”. Darin fordern sie andere Entwickler auf, sich bei Apples Fehlerstelle zu beschweren, wenn ihre Bezahl-Apps aus dem Online-Schaufenster verschwinden. Was die Entwickler vor allem ärgert: Weil bezahlte Programme benachteiligt würden, gingen hochwertige Angebote unter. Die einzige Abkürzung “nach oben” seien dann teure Werbekampagnen, wie sie sich nur große SpieleKonzerne leisten können.

Eine weitere Verschlechterung: Verbessern Entwickler eine etablierte App, fällt diese in den Suchergebnissen nach unten, bis man mühsam neue Nutzer-Empfehlungen gesammelt habe. Apple reagierte auf die Initiative so gut wie gar nicht. Inoffiziell heißt es, bei der Präsentation im App-Store würden Apple-Leute mit über die Auswahl entscheiden, und von oben gebe es aber keine Vorgabe, Bezahl-Apps zu diskriminieren.

 

Apple will durch Qualität punkten

Laut jüngsten Medienberichten lässt Apple seit einiger Zeit bestimmte AppKategorien von Mitarbeitern betreuen, um Nutzer bei der Suche nach den besten Programmen zu unterstützen. Dazu gehören die Bereiche Bildung, Spiele, Essen, Kinder und der Zeitungskiosk.

Seit Juni 2014 werden Nutzern bei weiteren sieben Kategorien “redaktionelle Vorschläge” unterbreitet. Dazu gehören Foto und Video, Gesundheit und Fitness, Musik, Lifestyle, Produktivität, Reisen sowie Sport. Damit werden etwa die Hälfte aller AppKategorien von redaktionellen Teams betreut. “Man will das vorhandene AppMaterial offenbar ausreizen und dem Nutzer zumindest den Eindruck von besserer Qualität vermitteln”, erklärt Daniel Lüders auf BILD.de.

 

Fake Bewertungen werden aussortiert

Gleichzeitig hat Apple offenbar begonnen, verstärkt gegen gefälschte Bewertungen im AppStore vorzugehen und diese zu löschen. Gute Bewertungen sind sehr wichtig, weil sie von Apples Such-Algorithmus stark berücksichtigt werden.

Techcrunch berichtet, dass in offensichtlichen Fällen gegen gefälschte Bewertungen vorgegangen wird. So zum Beispiel bei der App “Better Fonts Free”, die von 20000 Bewertungen, viele davon mit 5 Sternen, bis auf wenige Tausend fast alle Bewertungen verlor. Von Apple gibt es bisher dazu keine Stellungnahme.

Anfang 2014 berichtete die Macworld über die Initiative der App-Entwickler, die mittlerweile über 70 Mitstreiter hat: Warum Apple die Suche im App-Store reparieren muss. Der Streit um die Zukunft der iTunes App-Suche ist weiterhin offen.

 

Helge Denker





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