Spracherkennung für das iPhone mit Nuance

(FAZ - Michael Spehr) am 28. Juli 2010

Nuance bringt an diesem Freitag mit „Dragon Dictation“ eine deutsche Spracherkennung für das iPhone.

Die App ist flink installiert und zeigt verblüffend gute Ergebnisse. Sie ist ideal für Menschen, die nicht tippen wollen oder können. Korrekturfunktionen fehlen allerdings per Sprachsteuerung. Erfahren Sie, ob es sich für Sie lohnt...

Einige Milliarden SMS schreiben allein die Deutschen Jahr für Jahr, obwohl die Eingabe der Kurznachrichten am Handy oder Smartphone etliche Fingerfertigkeiten voraussetzt. Nach der Texteingabe T9, die fast zehn Jahre alt ist, brachten die modernen berührungsempfindlichen Bildschirme Erleichterung. Bei besseren Geräten ist auch eine Wortratefunktion dabei. Sie ergänzt aus einem hinterlegten Wörterbuch oder führt manche Korrektur stillschweigend aus. Und nun kommt in diesem Jahr der nächste Schritt: die Spracherkennung am Mobiltelefon. Neu ist der Gedanke nicht. Bei den Android-Geräten bietet Google diese Funktion schon seit Monaten an, seit einigen Wochen – etwa für das Nexus One – auch in deutscher Sprache.

Der Clou dabei ist, dass die Erkennung nicht auf dem Handy oder Smartphone selbst erfolgt. Dafür sind Rechenleistung und Arbeitsspeicher zu knapp. Es wird statt dessen die Sprache per Mobilfunk oder Wireless übertragen und auf einem Server analysiert und das Resultat dem Absender zurückgeschickt. Was Google leistet, ist beeindruckend. Aber einige Probleme seien nicht verschwiegen: Die Erkennungsrate schwankt zwischen „hinnehmbar“ und „ausreichend“. Zudem gibt es keine Korrekturmöglichkeit (außer mit den üblichen Optionen des Smartphone-Editors), keinen Lernprozess wie bei einer stationären Spracherkennung und schließlich: Man weiß bei Google nie, wie lange man sprechen darf. Überschreitet man die unsichtbare Grenze, kommt eine Fehlermeldung, und das Diktat war für die Katz.





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